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Saugroboter Stromverbrauch: Was kostet der Betrieb im Jahr?

Ein Saugroboter samt Ladestation verbraucht im Jahr grob 30 bis 90 Kilowattstunden Strom. Bei 37 Cent pro Kilowattstunde sind das rund 11 bis 33 Euro. Den größten Anteil hat oft nicht das Saugen, sondern die Ladestation, die rund um die Uhr am Netz hängt.

📋 Kurz zusammengefasst

Eine volle Akkuladung kostet je nach Akkugröße nur 1 bis 3 Cent. Wer dreimal pro Woche saugen lässt, zahlt dafür im Jahr wenige Euro. Die Ladestation zieht im Bereitschaftsbetrieb nach Angaben von Öko-Test im Schnitt 3 bis 4 Watt; das summiert sich auf 26 bis 35 Kilowattstunden oder rund 10 bis 13 Euro pro Jahr. Stationen mit Absaugung, Wischmopp-Wäsche und Trocknung kommen noch hinzu. Alle Rechnungen unten mit dem BDEW-Durchschnittspreis von 37,0 Cent pro Kilowattstunde (Stand August 2026).

Wie viel Strom verbraucht ein Saugroboter beim Saugen?

Beim Saugen läuft der Roboter aus dem Akku, Strom aus der Steckdose fließt erst beim Nachladen. Der Verbrauch pro Reinigung entspricht deshalb ungefähr der Akkukapazität in Wattstunden (Wh), plus einige Prozent Ladeverluste.

Die Akkukapazität steht im Datenblatt, oft als Milliamperestunden (mAh) und Spannung. Die Umrechnung ist einfach: Milliamperestunden mal Volt geteilt durch 1.000 ergibt Wattstunden. Ein Akku mit 5.200 mAh und 14,4 Volt hat also 5.200 × 14,4 ÷ 1.000 = rund 75 Wh. Öko-Test nennt für ein Beispielgerät eine Herstellerangabe von rund 31 Wh.

AkkuKosten pro Ladung3 Reinigungen pro Woche (156 im Jahr)Tägliche Reinigung (365 im Jahr)
31 Wh1,1 Cent4,8 kWh = 1,79 €11,3 kWh = 4,19 €
75 Wh2,8 Cent11,7 kWh = 4,33 €27,4 kWh = 10,13 €

Eigene Beispielrechnung mit 37,0 Cent pro Kilowattstunde, ohne Ladeverluste; eine volle Ladung pro Reinigung angenommen.

Die Werte zeigen: Das eigentliche Saugen ist selbst bei täglichem Einsatz günstig. Netzwelt kommt für ein Modell mit 69 Watt Leistungsaufnahme bei zwei Stunden Betrieb täglich auf rund 50 Kilowattstunden und etwa 19 Euro im Jahr; das ist eher die Obergrenze für Dauernutzer.

Was kostet die Ladestation im Bereitschaftsbetrieb?

Die Ladestation ist der unterschätzte Posten. Öko-Test gibt für Ladestationen im Bereitschaftsbetrieb im Schnitt 3 bis 4 Watt an. Weil die Station 8.760 Stunden im Jahr am Netz hängt, ergibt das 26 bis 35 Kilowattstunden.

BereitschaftVerbrauch pro JahrKosten pro Jahr
3 Watt26,3 kWh9,72 €
4 Watt35,0 kWh12,96 €

Rechnung: Watt × 8.760 Stunden ÷ 1.000 = Kilowattstunden; mal 0,37 Euro.

Damit kostet die Station im Leerlauf oft mehr als alle Reinigungsfahrten zusammen. Bei 3 Reinigungen pro Woche mit einem 75-Wh-Akku entfallen gut zwei Drittel der Stromkosten auf die Bereitschaft.

💡 Gut zu wissen

Wer den Bereitschaftsverbrauch der eigenen Station kennen will, misst ihn mit einem einfachen Energiekostenmessgerät zwischen Steckdose und Netzteil, einmal mit Roboter im Dock (voll geladen) und einmal ohne. Herstellerangaben zur Bereitschaft fehlen in vielen Datenblättern; die eigene Messung ist die verlässlichste Grundlage für die Rechnung.

Wie viel Strom brauchen Absaug- und Wischstationen?

Stationen mit Zusatzfunktionen verbrauchen mehr als eine reine Ladeschale. Das automatische Absaugen des Staubbehälters arbeitet mit einem eigenen Gebläse, das nur wenige Sekunden läuft. Mehr fällt ins Gewicht, wenn die Station Wischmopps mit warmem Wasser wäscht und anschließend mit Warmluft trocknet.

Öko-Test schätzt die Zusatzkosten für Stationen mit Entleerung, Nachfüllen und Reinigung auf bis zu 10 Euro im Jahr. Zusammen mit Akku und Bereitschaft kommt der Test auf laufende Stromkosten von 12 bis 25 Euro jährlich.

Wie lassen sich die Stromkosten senken? Die 3-Posten-Methode

Die Stromkosten eines Saugroboters bestehen aus drei Posten: Akkuladungen, Bereitschaft der Station und Stationsfunktionen. Wer sparen will, setzt dort an, wo am meisten anfällt, und das ist meist nicht das Saugen selbst.

  • Akkuladungen: Zeitplan nach Bedarf statt täglich; stark genutzte Räume öfter, wenig genutzte seltener. Die höchste Saugstufe nur dort einsetzen, wo sie nötig ist, zum Beispiel auf Teppich.
  • Bereitschaft: Bei längerer Abwesenheit, etwa im Urlaub, die Station vom Netz trennen. Im Alltag lohnt das ständige Ausstecken kaum, weil dann Zeitpläne und App-Steuerung nicht funktionieren.
  • Stationsfunktionen: Warmluft-Trocknung der Mopps in der App auf die kürzeste ausreichende Dauer stellen und Mopp-Wäsche mit warmem Wasser nur bei Bedarf nutzen.

Beim Kauf lohnt ein Blick auf die Station: Wer keine Wischfunktion braucht, spart mit einer einfachen Ladestation Strom und Anschaffungskosten. Worauf es beim Kauf sonst ankommt, steht im Ratgeber Robotersauger kaufen, wie gehe ich vor?; Hinweise zu Navigation, Wischen und Pflege finden Sie im Beitrag Saugroboter im Alltag.

💬 Einschätzung der Redaktion

Die Stromkosten eines Saugroboters sind kein Kaufargument für oder gegen ein Gerät: Selbst im ungünstigen Fall liegen sie bei gut 30 Euro im Jahr. Spannender ist die Verteilung. Wer nur auf die Akkugröße schaut, übersieht, dass die Station im Leerlauf oft mehr kostet als das Saugen. Bei Modellen mit großer Wisch- und Trocknungsstation lohnt es sich deshalb, die Trocknungszeit in der App zu prüfen. Bei Ersatzteilen wie Filtern, Bürsten und Staubbeuteln fallen pro Jahr häufig höhere Kosten an als beim Strom.

✅ Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Akkuladung kostet 1 bis 3 Cent (31 bis 75 Wh bei 37 Cent pro kWh).
  • 3 Reinigungen pro Woche: rund 2 bis 4,50 Euro Akkustrom im Jahr.
  • Ladestation in Bereitschaft: 3 bis 4 Watt, 26 bis 35 kWh, rund 10 bis 13 Euro im Jahr.
  • Stationen mit Absaugung, Wäsche und Trocknung: laut Öko-Test bis zu 10 Euro zusätzlich.
  • Gesamt meist 12 bis 25 Euro im Jahr (Öko-Test), bei täglicher Reinigung mit großer Station bis gut 30 Euro.
  • 3-Posten-Methode: Akkuladungen, Bereitschaft, Stationsfunktionen getrennt betrachten.

Häufige Fragen zum Stromverbrauch von Saugrobotern

Verbraucht ein Saugroboter mehr Strom als ein normaler Staubsauger?
Pro Reinigung meist weniger: Ein Bodenstaubsauger mit 700 Watt braucht in 30 Minuten 350 Wh, ein Saugroboter für eine Akkuladung meist 30 bis 75 Wh. Der Roboter fährt aber häufiger, und die Station verbraucht dauerhaft etwas Strom.

Soll ich den Roboter nach dem Laden von der Station nehmen?
Nein, das bringt kaum etwas. Ein voller Akku zieht nur noch wenig Erhaltungsstrom; der Bereitschaftsverbrauch der Station bleibt ohnehin bestehen.

Wie berechne ich die Kosten für mein Gerät?
Akkukapazität in Wh mal Reinigungen pro Jahr, dazu Bereitschaft in Watt mal 8.760 Stunden. Die Summe in Kilowattstunden mit dem eigenen Strompreis multiplizieren.

Quellen



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